Die aktuellen vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts zur Verkehrsunfallbilanz 2025 zeigen einen leichten Anstieg der Verkehrstoten gegenüber dem Vorjahr.
Während die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Unfälle nahezu konstant blieb, erhöhte sich die Zahl der tödlich Verunglückten moderat. Auch bei Unfällen mit Personenschaden ist ein geringfügiges Plus zu verzeichnen.
Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts sind im Jahr 2025 insgesamt 2.814 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Das sind 44 Todesopfer oder etwa 2 % mehr als im Jahr 2024 (2.770 Verkehrstote). Damit setzt sich der leichte Anstieg der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr fort.
Risikobereiche im Fokus
Auffällig bleiben Landstraßen als besonders unfallträchtige Bereiche mit überdurchschnittlich schweren Unfallfolgen. Hier ereignen sich weiterhin viele Kollisionen mit hoher Aufprallenergie. Für innerörtliche Bereiche und Autobahnen zeigt sich ein differenziertes Bild, jedoch ohne grundlegende Entwarnung.
Gerade Arbeitsstellen längerer Dauer sowie temporäre Tagesbaustellen stellen zusätzliche Gefahrenpunkte dar. Verengte Fahrstreifen, geänderte Verkehrsführungen und reduzierte Seitenräume erhöhen das Risiko schwerer Unfälle, sowohl für Verkehrsteilnehmende als auch für das Baustellenpersonal.
Konsequenzen für die Baustellensicherheit
Für Fachplaner, Sicherungsunternehmen und Straßenbaulastträger unterstreichen die Zahlen die Notwendigkeit konsequenter Sicherungsmaßnahmen. Dazu zählen:
- regelkonforme Verkehrsführungen gemäß RSA 21 und ZTV-SA
- frühzeitige, eindeutige Beschilderung und Vorankündigung
- ausreichend dimensionierte Schutz- und Leiteinrichtungen
- klare Trennung von Arbeits- und Verkehrsbereichen
- verstärkte Kontrollen der Verkehrssicherungspflicht
Insbesondere bei kurzfristigen Maßnahmen darf der Sicherungsstandard nicht hinter dem Gefährdungspotenzial zurückbleiben.
Prävention bleibt zentrale Aufgabe
Die aktuelle Entwicklung macht deutlich: Trotz moderner Fahrzeugsicherheit und technischer Assistenzsysteme bleibt die infrastrukturelle Sicherheit ein entscheidender Faktor. Für den Bereich der Straßenbaustellen bedeutet dies, Planung, Ausführung und Kontrolle der Verkehrssicherung weiterhin mit höchster Priorität zu behandeln.
Die Statistik liefert damit nicht nur eine Bilanz, sondern einen klaren Auftrag an alle Akteure im Arbeits- und Verkehrsschutz.